Verfasst von: karinpoppe1 | 8. Juni 2011

1. Nachhaltigkeits-Konferenz im thüringischen Behringen am 31.5.2011

Strategische Ganzheitlichkeit für ein nachhaltiges
Wirtschaften

von Prof. Veronika Bellone & Thomas Matla, Bellone FRANCHISE CONSULTING GmbH

Zum Thema Nachhaltigkeit gibt es bei Google
knapp 8.4 Mio. Einträge. Umfangreich und vielgestaltig präsentiert sich die
Thematik. Was nachhaltiges Denken und Handeln umfasst und wie jeder einzelne
aktiv werden kann, bleibt oft unklar. Umso wichtiger sind engagierte
Initiativen, die Struktur und Klarheit in den begrifflichen Dschungel bringen.

Die 1. Nachhaltigkeits-Konferenz am 31. Mai
2011 im thüringischen Behringen hatte eben diesen Anspruch. Sie wurde von der
Europäischen Kommunikations-Akademie für Bildung, Beratung und Projekte e.V. in
Hörselberg-Hainichen veranstaltet. Schirmherr war der Landesverband Freier
Immobilien- und Wohnungsunternehmen Hessen/ Rheinland-Pfalz/ Saarland e.V.,
Initiant der Town & Country-Franchise-Geber Jürgen Dawo. An die 80 Personen
erschienen im ehrwürdigen Schlosshotel Behringen, das den Rahmen für die
Veranstaltung bot. Die Konferenzgebühren kommen dabei ausschließlich
gemeinnützigen Projekten rund um Hütschenroda zugute.

Informierend, anregend und Beispiel gebend

Thematisch sehr unterschiedliche Vorträge
mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit standen auf dem Programm. Einige widmeten sich
praxisnah dem nachhaltigen Wirtschaften, andere den sozialen und ökologischen
Gestaltungsspielräumen von Unternehmern und Unternehmerinnen, wieder andere der
Nachhaltigkeits-Politik oder dem deutschlandweiten Tier- und Landschaftsschutz.

Eine hoch informative Bestandsaufnahme zur
traditionellen, wie regenerativen Energiegewinnung und zum weltweiten
Energieverbrauch nach Branchen zeigte Prof. Dr. Wesselak, von der
Fachhochschule Nordhausen, auf. Es wurde einmal mehr klar, dass nachhaltiges,
verantwortungsvolles Handeln und Konsumieren für die Menschheit insgesamt
relevant ist. Die Gefahr besteht, dass die aufblühenden Schwellenländer die
gleichen Fehler multiplizieren, wie die westlichen Industrienationen es in den
Wirtschaftswunderzeiten taten.

Heiko Rittweger, Sprecher des
Arbeitskreises Deutschlands Mitte des Bundesdeutschen Arbeitskreises für
umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) wies darauf hin, dass der
LOHAS-Trend (Lifestyle of Health and Sustainability) eine gesellschaftlichen
Bewegung hin zum Mainstream geworden ist.

Beeindruckend waren dann die beiden
Vorträge von Markus Heße (Xella Deutschland) und Jürgen Dawo (Town &
Country). Beeindruckend, weil sie durch ihre ganzheitlich nachhaltigen
Sichtweisen im Unternehmen bestachen.

Die Xella Group Deutschland hat
Nachhaltigkeit als oberstes Unternehmensziel definiert und verankert. Sie
entwickelt mit so bekannten Marken, wie Ytong, Hebel und Silka, innovative
Lösungen im Baubereich. Ihre monolithischen Hochleistungsbaustoffe sind, nach
dem „Cradle to Cradle“-Prinzip, voll recyclingfähig. Ihre Herstellungsprozesse
werden, zur optimalen Ausschöpfung von Ressourcen, wenn möglich in Kooperation
oder im Austausch mit anderen Firmen realisiert. Die Xella Group hat ihren
Blick klar auf ganz Europa ausgerichtet und arbeitet an zukünftig komplett
recycelbaren Häusern.

Jürgen Dawo begeisterte das Publikum mit
seinem unternehmerischen Herzblut und energetischem Engagement für eine
praxisnahe Integration der drei Nachhaltigkeitssäulen Ökonomie, Ökologie und
Soziales. Er verdeutlichte beispielhaft, anhand seines eigenen Unternehmens,
welche Möglichkeiten sich mittelständischen Unternehmern und Unternehmerinnen
für ein nachhaltiges Engagement bieten, von der Verkleinerung der Hausgrößen
aufgrund des demografischen Wandels (Produkt: 78qm Bungalow), der Reduzierung
von Rohstoffen bei gleichzeitiger Energieeinsparung, bis hin zum bayerischen
Town & Country Wald oder der Town & Country Stiftung für unverschuldet
in Not Geratene. (1)

Der aus Funk und Fernsehen bekannte
Wildkatzen-Forscher Thomas Mölich stellte in seinem Vortrag das
deutschlandweite „Rettungsnetz Wildkatze“ vor. Die Wildkatze wurde dabei ganz
bewusst als Sympathieträger zur Wiederherstellung von Biotopen und zum
Naturschutz ausgewählt. Seine Forderung: Die Neuvergabe von EU-Mitteln an
Bauern 2013 sollte an Nachhaltigkeitsmassnahmen, zum Beispiel zum Anlegen von
Waldkorridoren, gebunden werden. Er provozierte mit der Frage, welche ähnlichen
Probleme im wirtschaftlichen Umfeld vorhanden seien. Er gemahnte zum Nachdenken
über das einseitig getriebene Territorialverhalten des Menschen.

Joachim Wohlfahrth, Architekt der Vollack
GmbH in Erfurt, stellte anhand der Konzeption und Realisierung des Hauptverwaltungsgebäudes
der Volksbank Karlsruhe ein Nullenergie-Bürogebäude vor, das Nachhaltigkeit in
die Markenarchitektur integriert. Es verfügt unter anderem über die erste
innerstädtische Erdwärmeanlage. Die Wertsteigerung einer Immobilie durch ein
nachhaltiges Energiekonzept verdeutlichte er in einem Gebäudequervergleich. Das
auch ästhetisch gelungene Volksbank-Gebäude sollte, im gesellschaftlichen
Interesse, deutschlandweit möglichst viele Nachahmer finden.

Mit Zertifikaten und Prüfzeugnissen
beschäftigte sich schliesslich Oliver Damm, bevor Bernhard Helbing,
Geschäftsführender Gesellschafter der TMP Fenster- und Türen GmbH, sein
unterhaltsames Praxisbeispiel in einer dynamischen und sehr persönlichen Art
und Weise darstellte. Aktivitäten und Kooperationen müssen glaubhaft zum
Unternehmen und zur Marke passen, so Helbig. Die Marke biete die
Orientierungslinie für nachhaltige Projekte.

Resümee

Die 1. Nachhaltigkeits-Konferenz in der
Mitte Deutschlands überzeugte durch einen gelungenen Start. Nun geht es, mit den
Worten von Jens Wollschläger (Vollack Partner), um die Etablierung einer
Tradition. Der intensive und bereichsübergreifende Dialog schafft und
fokussiert Bewusstsein. Er eröffnet Lösungswege für verantwortliches Handeln
und Gestalten aller gesellschaftlich relevanten Gruppen. Mittelständische
Wirtschaftunternehmen, speziell Franchise-Systeme, können ihre ökonomische,
ökologische und soziale Verantwortung mit besonderer Dynamik und Konsequenz
verfolgen. Sie haben das Potenzial sich zu beispielhaften Vorreitern der
Nachhaltigkeitsbewegung zu etablieren.


[1] Siehe auch Interview mit Jürgen Dawo in der Greenfranchising
Gallery (http://www.bellone-franchise.com/greenfranchising/gallery/default.asp)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: